Zimmermann des Infanterie-Regiments 6 "Grenadier-Garde"

1675 war dieses Regiment aus dem märkischenLandesaufgebot für den Kurprinzen aufgestellt worden. 1713 wurde es an das "Rote Greandier-Bataillon" angeschlossen undczur Garde des Königs. Unter Friedrich Wilhelm I wurde es damit zur Versuchstruppe für alle Neuheiten in der Atmee. Seine "Marotte" besonders "Lange Kerls" hier einzustelen, kannten die Fürstenhäuser und machten ihm so Geschenke. Aber der tiefere Sinn war es, den Besuchern bei Vorführungen Angst einzuflößen, wie perfekt diese so gedrillte Truppe aggiere, so dass man von einer kriegerischen Auseinandersetzung lieber Abstand nahm. Da man damals noch in einen Vorderlader erst Puler schüttete, dann die Kugel hineinstoßen musste, war es sehr nützlich, lange Arme zu haben und groß zu sein. So konnte man in einem Hub stoßen, war damit schneller und brachte mehr Blei an den Feind. Auch musste der Gewehrkolben nicht nach hinten zwischen die Hinterleute, diese störend, geschoben werden. Der Soldatenkönig führte keine eigenen Kriege, sondern unterstütze immer wieder nur pflichgemäß den Kaiser.
Mit Regierugsanritt Friedrich II wurde sein bisherigen Regiment Nr. 15 zur neuen Garde und das in Potsdam stationierte Regiment 6 wurde auf ein Bataillon reduziert und "Grenadier-Garde" genannt. Besondere Chefs waren v. Retzow und Rohdich, der darüber auch Erinnerungen schrieb.
Jedes Batailion 6 Zimmerleute (3 je Granadier-Kompanie), die dann im Kriegsfall zur zugeteilten Regimentsartillerie traten. Jeder trug eine Axt und zum Schutz der Hose eine Lederschürze.